Zwischen Schützengraben und großen Bühnen: Kanonenfieber im Gift und Galle Interview
Kanonenfieber haben in den letzten Jahren einen beispiellosen Siegeszug durch die extreme Metal-Szene hingelegt. Was als anonymes Projekt von Mastermind Noise begann, füllt mittlerweile nicht nur riesige Festival-Mainstages wie beim Summer Breeze, sondern sorgt auch für restlos ausverkaufte Hallen. Mit ihrem kompromisslosen Mix aus melodischem Black Metal, wuchtigem Death Metal und einer konzeptionellen Tiefe, die den Ersten Weltkrieg ungeschönt und beklemmend aufarbeitet, treffen sie einen gewaltigen Nerv.
Doch was passiert hinter den Kulissen einer Band, deren Bühnenshow so stark von Maskerade, Uniformen und historischen Abgründen geprägt ist? Kurz bevor die Jungs wieder in den Nightliner gestiegen sind, hatten wir von Gift und Galle die Gelegenheit, Hans (Drums), Gunnar (Bass & Vocals) und Sickfried (Gitarre) abzufangen. Im großen Interview sprechen sie über die emotionale Wucht ihrer intensiven Liveshows, maschinelle Blastbeats, die Tücken des Merchandise-Geschäfts und verraten uns, warum man am Ende des Tages im Wirtshaus nebenan doch wieder nur der ganz normale Max Mustermann ist.
Gift und Galle: Erst einmal möchte ich mich für eure Zeit bedanken. Schön, dass es noch vor Tourbeginn geklappt hat. Wie geht es euch kurz vor der Tour?
Hans: Gut soweit, danke der Nachfrage!
Gunnar: Soweit super, die Tourvorbereitungen sind abgeschlossen. Ich kann es kaum erwarten, dass es losgeht!
Sickfried: Alles bestens, danke dir!
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Bühnenpräsenz & Inszenierung
Gift und Galle: Eure Bühnenshow ist stark durchdacht und visuell intensiv – wie wichtig ist euch die theatrale Komponente im Vergleich zur reinen Musik?
Hans: Ich denke, beide Faktoren liegen uns sehr am Herzen. Wir waren von Anfang an keine Band, die einfach in irgendwelchen Klamotten auf die Bühne gegangen ist und ihre Songs gespielt hat. Einige Dinge denken wir uns hierbei im Proberaum aus, andere passieren einfach so auf der Bühne. Die Aufteilung ist hier nicht vorgegeben, aber Sickfried und ich bauen oft neue Kleinigkeiten in die Musik ein, Noise und Gunnar hingegen denken mehr an die Bühnenshow. Ich denke, ein gutes Gleichgewicht ist hier wichtig; es darf weder das eine noch das andere zu kurz kommen.
Gift und Galle: Wie entwickelt ihr eine Live-Show: Entsteht zuerst das musikalische Konzept oder das visuelle Gesamtbild?
Gunnar: Die Liveshows inklusive Abläufe entstehen meistens durch verschiedene Ideen, bei denen wir gemeinsam in stetigem Austausch stehen. Speziell unser FOH/Produktionsmanager Max hat hierfür ein sehr gutes Auge, da er die Show jeden Abend aus der Frontperspektive verfolgt und auch immer nach technischen Lösungen für die Umsetzung sucht. Auf diesen Eindrücken basierend wird dann nach der Songauswahl und dem jeweiligen Showbild ein erstes Konzept erstellt. Im Anschluss daran beginnen die Arbeiten für Bühnenrequisiten, Pyro und Lichtshow.
Gift und Galle: Der Erste Weltkrieg steht im Zentrum eures Konzepts – wie schafft ihr es, die historischen Ereignisse und das Grauen dieser Zeit in eurer Live-Performance emotional erfahrbar zu machen, ohne sie zu verklären?
Gunnar: Noise erklärt immer die Hintergründe der einzelnen Songs, dadurch recherchiert man natürlich auch auf eigene Faust. Man befasst sich mit verschiedenster Literatur oder besucht Ausstellungen und Museen zu diesem Thema. Dadurch versetzt man sich persönlich auch in die damalige Zeit und in die Empfindungen und Emotionen der Menschen von damals. Im Vordergrund steht dabei stets der geschichtliche Aufklärungsprozess.
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Sound & musikalische Entwicklung
Gift und Galle: Wie hat sich euer Sound seit den ersten Veröffentlichungen verändert – bewusst geplant oder organisch gewachsen?
Hans: Das können wir jetzt auch nicht direkt beantworten, da Noise über dem Ganzen die Hand hält und immer das letzte Wort hat. Aus meiner Perspektive kann ich aber nur sagen, dass ich eher Fan moderner Produktionen bin. Ich mag es, wenn ein Schlagzeug auf Platte so richtig knallt. Dreckigere Produktionen haben auch ihre Berechtigung, aber wenn ich ehrlich bin, kann ich so etwas meist nicht sehr lange hören. Das ist beim Jazz ähnlich, die ganz alten Produktionen aus den 40er/50er Jahren sind mir einfach zu roh. Eine Snaredrum im Metal muss zum Beispiel knallen. Ich denke, das kann man gut an meinem Spielstil sehen. Das klappt bei nicht ganz so dreckigen Produktionen einfach besser. Aber wie gesagt: Das ist mein Punkt. Über dem Ganzen steht am Ende Noise, der entscheidet, wie das Ganze klingen soll.
Gift und Galle: Eure Songs erzeugen eine dichte, bedrückende Stimmung – gab es bei den Aufnahmen Momente, die euch emotional besonders nahegingen?
Hans: Aufnahmen sind etwas komplett anderes als das Performen der Songs. Im Studio habe ich/haben wir tatsächlich, denke ich, eher andere Dinge im Kopf. Mich ärgert es eher, wenn ich zum fünften Mal einen unsauberen Take einspiele, haha! Zudem sind beim Einspielen ganz oft noch keine Vocals auf dem Song, diese tragen sehr viel zur Stimmung des Songs bei. Live ist das anders, die Songs dann komplett vor Publikum zu spielen, ist schon sehr emotional für mich persönlich. Aber auch hier muss man sagen: Ich und die Jungs sind beim Vocal-Recording nicht anwesend. Es kann durchaus sein, dass dort so etwas vorkommt.
Gift und Galle: An Gunnar: Wie schaffst du es stimmlich, die rohe Verzweiflung und Brutalität des Ersten Weltkriegs so intensiv zu transportieren, ohne dass es künstlich wirkt?
Gunnar: Man versucht sich einfach in die jeweilige Ausnahmesituation, in der sich die Menschen damals befunden haben, zu versetzen. Ich denke, jeder von uns hatte schon Situationen im Leben, wo er an den Rand der Verzweiflung kam. Dies versuche ich dann immer stimmlich und durch Gestik zum Ausdruck zu bringen. Speziell die Songs „Die Havarie“ oder „Der Maulwurf“ sind gute Beispiele: Die Eisenluke des U-Boots zu schließen oder ein letztes Mal in einen Stollen zu krabbeln, nicht wissend, ob man das Sonnenlicht noch jemals zu Gesicht bekommt? Das setzt natürlich Emotionen frei und gibt einem zu denken!
Gift und Galle: An Gunnar: Du spielst nicht nur den Bass, sondern begleitest auch den Gesang auf der Bühne, und das zum Teil sehr emotional. Wie bereitest du dich vor und wie ist es, Abend für Abend in diese Rolle zu schlüpfen?
Gunnar: Ich versuche, mich tagsüber schon auf die Show vorzubereiten, indem ich oftmals ein bisschen spazieren gehe, wenn es das Wetter hergibt, und etwas Musik höre. Speziell auf Tour, wenn wir einen Nightliner haben, suche ich gerne die Koje vor der Show noch mal auf für ein kleines Schläfchen. Und sobald man die Uniform anlegt, schlüpft man automatisch in die Rolle des Soldaten Gunnar.
Gift und Galle: An Sickfried, zur Wahl der Waffe: Du spielst live Solar Guitars. Was macht diese Gitarren für den speziellen Sound von Kanonenfieber (zwischen melodischem Black Metal und druckvollem Death Metal) zur perfekten Wahl? Neben der Optik, gibt es an deinen Gitarren spezifische Modifikationen (Pickups, Saitenstärke, Tuning), die du vorgenommen hast, um den „Kanonenfieber-Druck“ zu erzeugen?
Sickfried: Ich muss tatsächlich gestehen, dass es mir beim Kauf weniger um das spezifische Setup wie Pickups oder Holz etc. ging, sondern mehr um die Optik, die Handhabung, die Verarbeitung und das Gewicht. Die Gitarre musste mir einfach gefallen und auch optisch in unser Konzept passen. So bin ich letztendlich auf Solar Guitars aufmerksam geworden.
Ich liebe meine Sicklinde (Solar T1.6D) – vor allem wegen des Halsprofils, der Bauform, der Qualität und auch vom Gewicht her ist sie sehr angenehm. Sie ist super zu händeln und auf der Bühne wirkt sie nicht wie ein Fremdkörper, den man sich um den Hals hängt. Man verschmilzt eher mit dem Instrument, was es total angenehm macht, zu spielen und sich zu bewegen.
Natürlich habe ich dickere Saiten aufgezogen, ich spiele einen .11–.56-Satz. Den Sound im Großen und Ganzen machen aber letztendlich der Amp und der Speaker aus. Alles, was davor kommt, spielt natürlich auch eine Rolle – Spielweise, Plektrum, Saiten, Pickups, Bauform, Holz und so weiter –, aber das wirklich Ausschlaggebende passiert erst nach der Gitarre.
Gift und Galle: Hans, dein Schlagzeugspiel bei Kanonenfieber wird in der internationalen Drummer-Szene und in unzähligen YouTube-Reactions für seine extreme Präzision und Wucht gefeiert – woher nimmst du diese fast schon maschinelle Disziplin und gab es ein bestimmtes Vorbild, das dein Verständnis von Blastbeats und Dynamik entscheidend geprägt hat?
Hans: Zuerst mal freut es mich sehr, dass die Leute mein Schlagzeugspiel so positiv sehen und wertschätzen. Das ist für mich alles andere als selbstverständlich. Ich habe mir früher sehr viele YouTube-Drum-Cover und -Playthroughs reingezogen. Es gab dabei nicht das eine Vorbild. Ich habe mir eher von verschiedenen Drummern die Teile rausgepickt, die ich cool fand (auch wenn ich das niemals so gut kopieren kann). Ein sehr einprägsamer Drummer war damals (ist es auch immer noch) Adam Gray. Da gab es ein paar Videos, in denen er nicht nur technisch überragend, sondern mit einer Wucht gespielt hat, die sich bei mir eingebrannt hat. Das, später zusammen mit Eloy Casagrande, hat mein Bild vom Metal-Drummer geprägt, dem Ganzen eifere ich auch so ein bisschen nach.
Gift und Galle: Eure Musik behandelt die düstere Realität des Ersten Weltkriegs. Wie viel von deinem einzigartigen Stil ist bewusste künstlerische Übersetzung dieser historischen Schwere in Rhythmus, und wie sehr hilft dir dein technischer Hintergrund dabei, diese physische Höchstleistung Abend für Abend unter Maske und Uniform abzurufen?
Hans: Die Vorgaben von Noise und meine Einflüsse passen in dem Fall ziemlich gut zusammen, würde ich einfach mal so behaupten. Das laute, intensive Spiel passt zur Stilrichtung wie auch zur Thematik. Mein technischer Hintergrund und der bewusste Einsatz von verschiedenen Techniken (bspw. Swivel, Wrist-Motion) helfen mir schon sehr dabei, eine so lange Show durchstehen zu können. Das war in den ersten beiden Tourjahren nicht so (ich war technisch einfach noch nicht so weit), da haben wir aber auch keine 90–100 Minuten gespielt, zum Glück. Des Weiteren übe ich nicht nur sehr viel, sondern mache auch mindestens sechsmal pro Woche Sport. Ein hoher Cardio-Anteil hilft mir, bei einem Set mit der aktuellen Länge das Ganze zu „überleben“ und mit einer hohen Intensität zu spielen. Das Gym hilft mir bei der Stabilität des Körpers und bei der Schnellkraft.
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Texte, Konzept & Haltung
Gift und Galle: Eure Texte beschäftigen sich intensiv mit Krieg und Geschichte – was ist euch wichtiger: Dokumentation, Mahnung oder Emotion?
Hans: Schwierige Frage, da wir ja nicht am Songwriting beteiligt sind. Ich denke aber, dass diese Begriffe generell zusammenhängen. Noise ist sehr auf geschichtliche Richtigkeit bedacht, sprich eine richtige Dokumentation des Ganzen. Ich denke, daraus folgt zwingend die Mahnung, da Krieg mit das Schlimmste ist, das der Mensch verursachen kann. Und aus Mahnung und Dokumentation folgen, zumindest bei mir, auch zwangsläufig Emotionen. Ich finde es regelmäßig sehr erschreckend, zu welchen Gräueltaten Menschen fähig sind.
Gift und Galle: Gab es Texte oder Themen, bei denen ihr bewusst gezögert habt, sie umzusetzen?
Hans: Nein. Noise wählt Themen und Texte sehr penibel aus. Er hat ein sehr gutes Händchen für das Ganze (Musik + Texte), insofern gibt es für eine Band da keine Probleme. Wir diskutieren da schon eher über Setlisten. Diese brauchen die richtige Länge und den richtigen Spannungsbogen. Allerdings hat trotzdem jeder von uns seine „Lieblingssongs“, die man spielt. Die versucht man natürlich auch mit unterzubringen. Ich denke, ich kann für alle sprechen, dass wir sehr froh sind, „Fastnacht der Hölle“ wieder spielen zu dürfen! Das ist ein Song, der live sehr viel Spaß macht.
Bekanntheitsgrad & Erfolg
Gift und Galle: Kanonenfieber haben in kurzer Zeit enorme Aufmerksamkeit bekommen – habt ihr diesen Erfolg kommen sehen?
Gunnar: Hättest du mich das zu Anfang gefragt, hätte ich ganz klar „Nein“ gesagt. Doch mittlerweile gab es immer wieder Schlüsselmomente in all den Jahren, wo einem irgendwie bewusst wurde: Hier passiert gerade etwas, was man so nicht erwartet hätte.
Sickfried: Auf keinen Fall! Ich kenne Noise mittlerweile schon seit über 15 Jahren, wir haben immer wieder gemeinsam in verschiedenen Bands gespielt, bevor er sich auf seine Solo-Projekte konzentriert hat. Es gab öfter Anfragen von ihm, ob ich Lust und Zeit hätte, ein paar Shows für ihn zu spielen – leider wurde daraus nie etwas.
Eines Tages kam dann wieder ein Anruf und er meinte nur: „Hey, ich hab hier ein Album hochgeladen, und das geht gerade ziemlich durch die Decke. Hast du Zeit und Lust auf eine kleine Weekender-Rutsche und vielleicht ein paar Festivals?“
Ich meinte nur: „Ja klar, immer.“ Aber dass ich drei Jahre später auf der Mainstage beim Summer Breeze stehe und wir die Brose Arena in Bamberg ausverkaufen würden, hätte ich mir in meinen wildesten Träumen nicht vorstellen können.
Gift und Galle: Wie verändert wachsender Bekanntheitsgrad eure Arbeit als Band – kreativ, organisatorisch oder persönlich?
Gunnar: Diesbezüglich hat sich zu den Anfängen viel verändert. Da sich die Band mittlerweile auch zu unserem Alltagsmittelpunkt entwickelt hat, erfordert es natürlich auch gewisse logistische Abläufe bandintern. Dadurch hat jeder seinen Aufgabenbereich, was Planung, Vorbereitung, Umsetzung und Koordination betrifft – sowohl in musikalischer als auch in produktionstechnischer Hinsicht.
Sickfried: Dadurch, dass wir den Vorteil der Anonymität genießen, muss ich sagen, verändert mich das persönlich überhaupt nicht. Ich lebe in aller Ruhe in meinem Dorf und führe mein Leben weiterhin wie vor Kanonenfieber. Ich gehe auf Konzerte, in Bars, ins Gym … und bin einfach ich.
Auf der Bühne bin ich Sickfried, aber sobald ich sie verlasse, bin ich wieder der ganz normale Max Mustermann, der im Wirtshaus sitzt und sein Schnitzel bezahlt (auch wenn der Wirt dabei mit ganzem Stolz sein Kanonenfieber-Shirt trägt) – so wie jeder andere auch.
Organisatorisch haben wir uns allerdings alle sehr weiterentwickelt. Da wir vieles selbst machen, funktioniert Kanonenfieber mittlerweile wie eine Firma mit verschiedenen Abteilungen. Meine Abteilung ist zum Beispiel der Live-Merchandise-Bereich. Natürlich hat der „CEO“ von Kanonenfieber, Noise, das letzte Wort, aber wir sind uns eigentlich fast immer einig. Dadurch läuft die Abstimmung von Motiven, Stückzahlen etc. sehr gut.
Alles, was Inventurarbeiten, Sortieren, die Vorbereitung verschiedener Festivalshows sowie die Kommunikation vor Ort mit den Verantwortlichen für das Merchandise betrifft, liegt bei mir. Dabei greift mir Noise aber immer unter die Arme, hilft und packt mit an, wo es geht. In diesen Aufgaben bin ich über die Zeit massiv gewachsen, was mich persönlich sehr freut – auch wenn natürlich nicht immer alles reibungslos verläuft, haha.
Gift und Galle: Spürt ihr inzwischen Erwartungen von außen, und wenn ja: beeinflussen sie eure Entscheidungen?
Gunnar: Natürlich spürt man die Erwartungen von außen. Allerdings würde ich jetzt nicht so weit gehen zu sagen, dass sie unsere Entscheidungen direkt beeinflussen. Noise hat eine ziemlich klare Vorstellung von dem, wohin die Reise geht! Und da arbeiten wir als Team zusammen, und das betrifft nicht nur uns Musiker, sondern auch unsere Crew ist da sehr oft mit super Ideen vertreten. Trotzdem registrieren wir ja auch, was bei unseren Live-Konzerten abgeht, und da nimmt man natürlich das Feedback mit, das man bekommt. Das schraubt dann natürlich die Erwartungen an uns selbst nochmals nach oben, und man setzt sich noch mehr auf den Hosenboden und arbeitet stetig an sich selbst.
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Szene & Zukunft
Gift und Galle: Wie nehmt ihr euren Platz innerhalb der extremen Metal-Szene wahr?
Gunnar: Das müsste unser erster großer Auftritt auf einem sehr bekannten Indoor-Festival in Oberfranken gewesen sein. Da wurden wir ins Büro des Veranstalters zitiert und das Erste, was er sagte (kein Servus, kein Hallo, nur „So“, denn dieses Wort wird in Franken für fast alles von „Leck mich am Ar…“ über „bist a Feiner“ bis „du alkoholfreier Radlertrinker“ benutzt): „So, also ihr seid die ‚zwinkerhüstel‘ des deutschen Death Metals.“ Ich denke, das trifft es sehr gut.
Gift und Galle: Könntet ihr euch eines der beiden folgenden Szenarien vorstellen: die thematische Ausrichtung von Kanonenfieber künftig zu verändern oder gegebenenfalls auch einmal Balladen in euer Repertoire aufzunehmen?
Gunnar: Thematisch musst du das Oberkommando befragen, zu dem anderen Thema gab es intern schon interessante Ideen.
Gift und Galle: Wenn ihr auf eure bisherigen Veröffentlichungen zurückblickt – welcher Song steht für euch am stärksten für die künstlerische Identität von Kanonenfieber und warum?
Gunnar: Obwohl es sehr schwer ist, einen Favoriten zu nennen, da Noise ein verdammt gutes Händchen für Songwriting inklusive der passenden Lyrics hat, würde ich persönlich hier „Der Füsilier I“ wählen. Denn dieser Song transportiert in meinen Augen alles, was Kanonenfieber ausmacht!
Sickfried: Am stärksten für die künstlerische Identität steht für mich tatsächlich „Die Schlacht bei Tannenberg“. Er ist zugleich melancholisch, treibend und geht direkt mitten ins Gesicht. Es ist auch der Song von uns, der mich emotional am meisten packt. Ich habe den Song schon unzählige Male live gespielt, und trotzdem stehen mir bei dieser Nummer fast jedes Mal die Tränen in den Augen.
Gift und Galle: Vielen Dank für das Interview! Mir als Fan bedeutet das echt viel. Ich hoffe, wir sehen uns auf der kommenden Tour. Falls ihr noch etwas Persönliches sagen bzw. schreiben wollt, die Bühne gehört euch.
Hans: Wir danken für das Interview! Liebe Grüße von der Tour, man sieht sich!
Das war unser Interview mit Kanonenfieber!
Ein riesiges Dankeschön an Hans, Gunnar und Sickfried für die ehrlichen Worte und den spannenden Blick hinter die Kulissen. Wenn ihr die Wucht und die beklemmende Atmosphäre der Band selbst live erleben wollt, checkt unbedingt die aktuellen Tourdaten ab. Es lohnt sich gewaltig!
Hier findet ihr Kanonenfieber im Netz:
- Website, Merch & Tourdaten: https://noisebringer.de/index.php/de/projekte/kanonenfieber
- Instagram: https://www.instagram.com/noisebringer_records/
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Fotos: Jonas Tellkamp/ @bookings_always_closed