Gate of Hate: All In – Ein Groove-Metal-Brett ohne Gnade
„All In“ von Gate of Hate ist eines dieser Alben, die dir ohne Vorwarnung die Tür eintreten, dir ins Gesicht grinsen und erst danach anfangen, richtig auszuholen. Die türkische Groove-Metal-Truppe liefert hier ein Brett ab, das gleichzeitig dreckig, wütend und überraschend eingängig ist – und ja, das meine ich exakt so widersprüchlich, wie es klingt.
Schon nach den ersten Takten wird klar: Hier wird nicht lange gefackelt. Die Riffs walzen alles nieder, irgendwo zwischen Panzerkette und Presslufthammer, aber mit genug Groove, dass man unweigerlich mit dem Kopf nickt, selbst wenn man sich eigentlich dagegen wehren will. Genau da liegt die Stärke von „All In“ – es zwingt dich nicht, es packt dich einfach.
Roh, dreckig und kompromisslos produziert
Die Produktion? Schön roh, aber nicht so, dass man das Gefühl hat, in einer Blechdose zu sitzen. Stattdessen bekommt man genau die richtige Mischung aus Druck und Dreck, die Groove Metal braucht, um zu funktionieren. Die Gitarren sägen, der Bass knurrt und das Schlagzeug treibt alles nach vorne, als gäbe es kein Morgen. Kein Schnickschnack, kein unnötiger Firlefanz – einfach direkt auf die Zwölf.
Und dann ist da noch der Gesang von Timucin: angepisst, angeheizt und genau auf den Punkt. Das ist keine sterile Studio-Performance; es klingt vielmehr so, als hätte da jemand wirklich etwas zu sagen – und zwar laut. Dabei schaffen sie es, nicht in monotones Gebrüll abzurutschen, sondern genug Dynamik reinzubringen, damit die Songs nicht zu einem einzigen langen Wutanfall verschwimmen.
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Fazit: Ein Pflichttermin für Groove-Fans
Was „All In“ besonders macht, ist dieser unterschwellige, eigene Charakter. Klar, die Einflüsse sind da – und die verstecken sie auch nicht – aber Gate of Hate drücken dem Ganzen ihren eigenen Stempel auf. Das fühlt sich nicht nach einer Kopie an, sondern nach einer Weiterentwicklung mit Ecken und Kanten.
Unterm Strich ist „All In“ genau das, was der Titel verspricht: ein kompromissloses, ehrliches Album, das sich nicht anbiedert und trotzdem hängen bleibt. Kein überproduziertes Hochglanzprodukt, sondern ein wuchtiges Stück Metal, das lieber austeilt, als gefallen zu wollen – und genau deshalb funktioniert es.
Kurz gesagt: Wenn du Groove Metal magst, der dir nicht die Hand reicht, sondern dich packt und durchschüttelt, dann bist du hier genau richtig. Gate of Hate gehen mit „All In“ volles Risiko – und gewinnen auf ganzer Linie. Das Album geht rein, bleibt hängen und tritt dir beim Rausgehen nochmal ordentlich nach.
Tracklist:
1. The Thing 03:36
2. Deal with the Death 03:03
3. My Own Throne 03:19
4. The Zombie Apocalypse You’ve Always Dreamed Of 02:54
5. Cancel Culture 03:07
6. Crime and Punishment 02:53
7. Power of Hate 03:22
8. Revenge 02:47